Regio Frauenfeld reicht Agglomerationsprogramm ein
Die Regio Frauenfeld hat das Agglomerationsprogramm der 5. Generation dem Bund eingereicht. Es enthält insgesamt 28 Massnahmen zur Verkehrsverbesserung und Siedlungsentwicklung in den Gemeinden Felben-Wellhausen, Frauenfeld, Gachnang und Matzingen. Bei positiver Bewertung des Programms finanziert der Bund 12 Verkehrsmassnahmen im Umfang von rund 36 Mio. Franken zwischen 30 und 50 Prozent mit.
Das Verkehrssystem und die Siedlungsentwicklung sind eng miteinander verknüpft: Zum einen ermöglichen neue Verkehrsangebote zusätzliches Siedlungswachstum. Zum anderen entsteht durch die Siedlungsentwicklung ein höheres Verkehrsaufkommen, was zu einer Mehrbelastung der Verkehrsinfrastrukturen führt. Aufgrund dieser Mehrbelastung unterstützt der Bund Agglomerationen finanziell bei Verkehrsprojekten. Um eine finanzielle Unterstützung zu erhalten, werden die Massnahmen einer Agglomeration alle vier Jahre zusammengetragen und gemeinsam mit dem Kanton eingereicht.
Eingereichte MassnahmenEs wurden 12 Verkehrsinfrastrukturmassnahmen eingereicht, davon sieben für den Zeitraum 2028–2032 (A-Horizont) und fünf für 2032–2036 (B-Horizont). Das Beispiel von zwei Schwerpunktgebieten zeigt die Zusammenhänge aller Massnahmenkategorien:
Im Bereich des Bahnhofs Islikon in der Gemeinde Gachnang soll die Entwicklung entlang der Achse Kefikon – Bahnhof mit einer höheren Dichte an Wohn- und Arbeitsnutzungen vorangetrieben werden. Die ÖV-Anbindung wird durch eine neue Buslinie von Wiesendangen über Kefikon nach Islikon verbessert, ergänzt durch zwei neue Haltestellen Zur Gesamtwirkung des Agglomerationsprogramms tragen neben den mitfinanzierten Bushaltestellen auch eigenfinanzierte Massnahmen zur Entwicklung des Areals um den Bahnhof Islikon bei, beispielsweise die Aufwertung des Tegelbachs sowie Konzepte zur Erschliessung von Kefikon zu Fuss und mit dem Velo und zur Entwicklung des Gewerbegebiets «Alte Landstrasse». Mit diesen Voraussetzungen wird Islikon nördlich und südlich der Gleise zu einem Wohn- und Arbeitsstandort mit urbanem Charakter entwickelt.
Das zweite Schwerpunktgebiet liegt im Murgbogen in Frauenfeld, wo neue Arbeitsplätze und Wohnraum entstehen sollen. Um den Anteil nachhaltiger Verkehrsmittel zu erhöhen, werden Massnahmen für den Fuss- und Veloverkehr umgesetzt. Dazu gehören die Anbindung des Agglomerationsradwegs über die Zeughausstrasse, die Aufwertung der Unterführung Zeughausstrasse sowie die sichere Gestaltung der Querung der Eisenwerkstrasse. Zudem werden Busse vor dem Zeughauskreisel bevorzugt geführt.
Über die gesamte Agglomeration hinweg sind weitere Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr sowie Aufwertungen von Strassenräumen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit geplant.
Weiteres VorgehenZur Gesamtwirkung, welche durch den Bund beurteilt wird, tragen nebst den 12 Verkehrsinfrastrukturen auch die eingereichten Konzepte zur Siedlungs- und Verkehrsentwicklung sowie die Landschaftsmassnahmen bei. Bei positiver Bewertung des Programms finanziert der Bund die Verkehrsmassnahmen mit einer Beteiligung zwischen 30 und 50 Prozent mit. Kanton und Gemeinden profitieren also durch das Agglomerationsprogramm, indem Projekte, die ohnehin umgesetzt werden, möglicherweise durch den Bund mitfinanziert werden.